Karl Leipold (1864-1943)
 


     Karl Leipold - der Malerfürst



     Leipold mit Kuttermodell im Atelier



     Atelier auf Störort



     Störort - 40 Jahre künstlerische Heimat



     Ein besonderer Charkter



    Leipold-Büste mit Hand

Karl Leipold - Malerfürst mit Intension zu lyrischem Realismus

Leipold wurde als Sohn des aus Schlüchtern in Hessen stammenden Hutmachers Adam Leipold und seiner Frau Caroline geb. Bölling in Duisburg geboren. Nach dem Besuch des Realgymnasiums Duisburg belegte er von 1880 - 1883 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Andreas Müller, Heinrich Lauenstein und Peter Janssen und von 1884/1885 an der Akademie der Bildenden Künste München unter Karl von Piloty. Zwischenzeitlich war er 1887/1888 auf Reisen in England. 1889/1890 erfolgte die Fortsetzung des Studiums in Paris an der Académie Julian.

1890 war die Heirat mit Pauline Henriette Ambrosius aus Duisburg. Sie wurden 1891 in München und von 1892 bis ca. 1922 auch in Dießen am Ammersee ansässig. Von 1893 - 1895 hatte er Aufenthalte in Emden und Duisburg, und von 1897 - 1899 in Cuxhaven. In den 1890er Jahren unternahm Leipold ausgedehnte Fahrten als Seemann auf Fischdampfern in der Nordsee und auf Frachtenseglern u.a. in den Orient und nach Südamerika. 1899 erwarb er ein auf einer Warft gelegenes ehemaliges dänisches Zollhaus in Störort, einer kleinen Ansiedlung an der Mündung der Stör in die Elbe bei Glückstadt, in dem er bis zu seinem Umzug nach Schlüchtern im Jahr 1940 wohnte. Er unternahm zahlreiche Fahrten mit dem eigenen Segelschiff auf Unterelbe, Nord- und Ostsee.

Neben diesem Besitz unterhält er Wohnungen und Ateliers in München, Hamburg, Berlin und Schlüchtern. Gegen Ende seines Lebens stellt er fest, dass Störort die eigentliche Heimat seiner künstlerischen Entwicklung war. Nach dem Verkauf des Hauses auf Störort, 1941, zieht er nach Schlüchtern und stirbt 1943 in Würzburg, während der Einrichtung einer Wohnung im Falkenhaus. Seine Urne wird auf der Moritzburg zu Halle/Saale beigesetzt. Ein Jahr später erwirbt die Stadt Halle den größten Teil des Nachlasses für ein Leipold-Museum, das nicht mehr errichtet wird. Leipold nahm seit 1893 u.a. an den Glaspalast-Ausstellungen in München teil. Die ausgestellten Exponate sind überwiegend realistisch wiedergegebene Motive aus dem maritimen Bereich, die häufig ins Dramatische gesteigert werden. Mit der Übersiedlung nach Norddeutschland erweiterte der Künstler seine Darstellungsmöglichkeit um das einfache Motiv.

In spätimpressionistischer Malweise gestaltet er im Atelier Eindrücke der Landschaft auf und an der Niederelbe, nachdem er eingehend Licht- und Luftverhältnisse studiert hat. Um 1907 reist er nach Venedig. Von diesem Wesen im Wasser so fasziniert, dass er darüber bis an sein Lebensende in Bildern phantasiert.

Mit seinen Niederelb- und Venedig-Bildern fand er rasch besonders in Hamburg bei vielen Sammlern Anerkennung. Mit den Arbeiten aus diesen Themenkreisen bereicherte Leipold auf sehr persönliche Art, die vielleicht "lyrischer Realismus" genannt werden kann, die Darstellungsmöglichkeiten beider Landschaften. In den 20er Jahren dehnt Leipold seine Themenkreise aus. Zum einen schafft er visionär aufgefasste Landschaften und Begebenheiten aus der Vergangenheit und zum anderen Figurenbildern. Dabei geht es Leipold vor allem um die Darstellung von Gedanken und Gedankenzusammenhängen auf rhythmisch-musikalische Weise durch den Einsatz virtuoser Farbenklänge.

Leipold unterhielt in verschiedenen Städten Ateliers, in denen er sich periodisch aufhielt: 1891 - 1942 in München, 1902/1903 zunächst in Altona (heute ein Stadtteil von Hamburg), dann in Hamburg, wo eine kleine Straße nach ihm benannt ist, 1931 - 1943 in Berlin, 1940 - 1943 in Schlüchtern. Er unternahm mehrere Reisen nach Italien: um 1903 und 1911 nach Venedig, 1912 nach Capri und 1926 nach Venedig und Rom. 1939 erfolgte die Ernennung zum Professor e.h.

1933 bewirken einflussreich gewordene Anhänger Leipolds eine Herausstellung während des "Dritten Reiches". Eine Auseinandersetzung mit dem Werk findet nicht mehr statt. Es kommt vielmehr zu Legendenbildungen um Leipold und sein Werk. Als Folge davon, aber auch als Folge der Tabuisierung während des "Dritten Reiches" gezeigten Kunst, blieb nach 1945 eine Beschäftigung mit dem gesamten Werk Leipolds aus.

   
Zeittafel
         
12.1.1864
in Duisburg geboren
 
1880-1889
kurzdauernde Studienaufenthalte Akademie Düsseldorf München Paris
 
bis 1898
ausgedehnte Seereisen als Matrose meist auf Segelschiffen
     
1898
Erwerb eines ehemaligen dänischen Zollhauses auf Störort/Unterelbe
Atelier bis 1940

weitere Ateliers:
Altona 1908
München 1912-1940
Hamburg 1918-1931
Berlin 1931-1943
Schlüchtem 1941-1943
 
Reisen und Aufenthalte in London, in Venedig und Rom, in Spanien...
 
1.4.1943
 in Würzburg gestorben