Ausstellung im Kreismuseum Prinzeßhof (1989)



Das Kreismuseum Prinzeßhof in Itzehoe, Kreis Steinburg, erinnerte mit einer rund 75 Arbeiten umfassenden Werkübersicht an den Maler Karl Leipold. Anlass war die 125. Wiederkehr seines Geburtstages. Mit dieser Ausstellung ( vom 28. April 1989 bis 18. Juni 1989) wurde erstmals seit über vier Jahrzehnten das Werk des Künstlers wieder zur Diskussion gestellt, der von etwa 1900 bis zu seinem Tode 1943 eine interessante Figur im Kunstbetrieb war.
Ausstellungsbegleitend ist ein 160 Seiten umfassendes Katalog-Buch erschienen, das mit 27 Farb- und vielen Schwarz-Weiß-Abbildungen ins Werk einführt; erstmalig wurde eine umfangreiche biographische Skizze mit vielen Selbstzeugnissen des Künstlers und Zeugnissen seiner Zeitgenossen veröffentlicht.
Diese Ausstellung hatte in Norddeutschland größere Beachtung gefunden. Allerdings wurde es danach erneut ruhig um Leipold.
    
Die Initiative zu dieser Ausstellung ging von Hans-Peter Widderich in Glückstadt aus, der sehr viel Zeit und Arbeit damals in dieses Projekt investierte. Zuvor schon hatte er immer wieder in den Steinburger Jahrbüchern Beiträge über Leipold veröffentlicht.


Den Einführungsvortrag hielt Gerhard Röper, der Leipold bis 1930 als "hochgeschätzten Landschafts- und Marinemaler" einordnete, dessen Werke in die "traditionelle Moderne" einzuordnen sind.

Die Zeit danach bezeichnete Röper als das, was Leipold "problematisch" werden ließ - seine Vereinnahmung durch das Nazi-Regime.
Die Ausstellung in Itzehoe beschäftigte sich jedoch inhaltlich ausschließlich mit seinen Werken aus der Zeit, die er in Störort verbracht hat - also mit den norddeutschen Motiven und seinen "konservativen" Sammlerkreis vor allem in Hamburg.

Mein Vater, Dr. Hans Kinkel (Bild oben Mitte), aus dessen Sammlung einige Bilder Leipolds in Itzehoe gezeigt wurden, konnte die Eröffnung dieser Ausstellung noch miterleben - eine späte Genugtuung für ihn.